Österreich ist Zuchtviehexport-Europameister
"Der hohe Veterinärstatus der heimischen Rinder und die verlässlichen und international anerkannten Abstammungs- und Leistungsdaten haben zu einer sehr positiven Nachfrageentwicklung bei heimischem Zuchtvieh geführt", freut sich Anton Wagner, Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR).
Nur wenigen sei bewusst, dass Österreich beim Zuchtvieh "Export-Europameister" sei. Im Vorjahr verzeichneten die Züchter eine Exportquote von neun Prozent und sind damit im europäischen Vergleich die klare Nummer eins. Hochgerechnet konnte so ein Umsatz von rund 62 Millionen Euro erzielt werden. In den letzten zehn Jahren wurden fast 200.000 Zuchtrinder in rund 50 Staaten der Welt geliefert.
Türkei prägte im Vorjahr Menge und Preis
Mit etwa der Hälfte aller exportierten Tiere, genau 17.650 Stück, hat sich die Türkei zum mit Abstand wichtigsten Exportmarkt für österreichische Zuchttiere entwickelt. ZAR-Geschäftsführer Franz Sturmlechner stellt die Situation so dar: "Der Marktöffnung in die Türkei im Herbst 2010 gingen intensive jahrelange Bemühungen der Zuchtverbände und vor allem der ZAR bevor. Letztendlich war es aber auch ein Glücksfall, dass bis Oktober 2011 Österreich das einzige für die Türkei geöffnete Land der EU war, das auch entsprechendes Exportpotenzial aufweisen konnte." Seit Herbst ist die Türkei nun auch für weitere EU-Länder offen. Damit hat sich der Zuchtviehmarkt wieder etwas beruhigt.
Italien, Algerien und Russland folgen auf den Plätzen
Mit über 7.000 Exporttieren hat Italien 2011 als langfristig stabiler Absatzmarkt seine Stellung gehalten. Allein in den letzten zehn Jahren hat der Nachbar im Süden 67.000 österreichische Zuchttiere angekauft. Die Nachfrage aus Algerien konnte mit 3.100 Tieren nur zum Teil erfüllt werden. Auch das Potenzial in Russland wäre noch deutlich größer. Mit rund 2.500 Exporttieren vornehmlich in die Region Krasnodar konnte eine wertvolle längerfristige Kooperation aufgebaut werden. Weitere wichtige Absatzmärkte sind Kroatien, Serbien und die Schweiz wobei die Eidgenossen fast ausschließlich auf österreichisches Grauvieh und die Rasse Pinzgauer zurückgreifen. (aiz)